DBV fordert Korrekturen beim Klimaschutzgesetz Rukwied: Chance der Land- und Forstwirtschaft als CO2-Senke nutzen

Pressemitteilung DBV 07.05.2021

Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes sind Korrekturen am Entwurf des Bundesumweltministeriums für ein Klimaschutzgesetz erforderlich. Dazu der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied: „Die Land- und Forstwirtschaft muss in ihrer Rolle für die Ernährungssicherung und für den Klimaschutz gleichermaßen gestärkt werden. Dazu gibt es viele Chancen durch nachwachsende Rohstoffe, Bioenergie und Kohlenstoffsenken. Die Vorschläge des Bundesumweltministeriums müssen in dieser Hinsicht noch nachgebessert werden. Klimaneutralität geht nur mit der Land- und Forstwirtschaft.“

Rukwied fordert eine sachgerechte Behandlung der landwirtschaftlichen Emissionen im Klimaschutzgesetz. Die landwirtschaftlichen Emissionen bestehen vor allem aus Lachgas und Methan. Bei biogenem Methan ist wissenschaftlich anerkannt, dass es in der Atmosphäre wesentlich kurzlebiger ist als CO2. Methan aus der Tierhaltung wird innerhalb von etwa 12 Jahren zu CO2 abgebaut. Dieses CO2 wurde zuvor über das Pflanzenwachstum (Fotosynthese) aus der Atmosphäre entnommen. „Notwendig ist eine besondere Berücksichtigung des biogenen Methans im Klimaschutzgesetz. Die Ziele für die Senkung landwirtschaftlicher Emissionen müssen daher unter dem Vorbehalt der Neubewertung von Methan als kurzlebigem Klimagas stehen. Eine zusätzliche Senkung der landwirtschaftlichen Emissionen unter die bisher für 2030 festgelegten 58 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ist unangemessen“, so Bauernpräsident Rukwied.

Rukwied hält den Vorschlag des Bundesumweltministeriums für ein spezielles Einsparziel im Bereich der Landnutzung und Forstwirtschaft für zu kurz gegriffen: „Um das Ziel der Klimaneutralität erreichen zu können, brauchen wir einen gesamtwirtschaftlichen Ansatz für Kohlenstoffsenken und deren Inwertsetzung. Dazu kann die Land- und Forstwirtschaft einen Beitrag leisten. Zusätzlich müssen auch technische Senken einbezogen werden. Wir können dann unsere Wertschöpfungsketten für Ernährung, Bioenergie und stoffliche Nutzung um die gezielte Bildung von CO2-Senken erweitern. Ein isoliertes Senkenziel für Landnutzung und Forsten lehnen wir aber ab.“

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