DFWR- und DBV-Veranstaltung auf IGW:

Pressemitteilung 22.01.2019

DFWR- und DBV-Veranstaltung auf IGW: Olivenbäume für den deutschen Wald?

Forstwirtschaft und Klimawandel – Konsequenzen aus dem Dürresommer 2018

Nach der verheerenden Trockenheit des Sommers 2018 ist es auch im deutschen Wald und bei den Jungbäumen zu teilweisen erheblichen Ausfällen gekommen. Die damit verbundenen Vermögensverluste sind enorm. Durch die großen Mengen an Schadholz sind die Holzpreise „im Keller“. Besonders viele Kleinwaldbesitzer könnten die Motivation für ihre Waldbewirtschaftung verlieren. Bund und Länder sind daher gefordert, deutliche Zeichen der Ermutigung zu setzen. Die Diskussion um klimafeste Baumarten muss offen und ideologiefrei geführt werden. Auch ist die Wissenschaft mehr denn je zu der Frage gefordert, „welchen Wald wir brauchen“. Anders als in der Landwirtschaft ist das Pflanzen von Waldbäumen eine Entscheidung für ein oder mehrere Generationen. Das sind die Ergebnisse einer gemeinsamen Veranstaltung des Deutschen Forstwirtschaftsrates (DFWR) und des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf der Internationalen Grünen Woche.

 

„Die letzten 15 Monate brachten Winter- und Herbststürme, immense Trockenheit und Borkenkäfer in einem Ausmaß, wie wir es noch nicht kannten“, fasste DFWR-Präsident Georg Schirmbeck die Situation der deutschen Forstwirtschaft zusammen und verwies auf die damit verbundene prekäre Lage auf dem Holzmarkt. Aber nicht nur die Waldbesitzenden selbst haben mit Vermögensverlusten zu kämpfen, auch die Forstbaumschulen, die das wichtige Pflanzgut für die folgende Waldgeneration erzeugen, leiden unter der Situation. Einerseits, weil auch sie trockenheitsbedingt nur wenig Pflanzen auf den Markt bringen konnten, andererseits, weil durch das trockene Wetter die Nachfrage seitens der Waldbewirtschafter gebremst war.

 

In der Forstwirtschaft gilt es schon seit geraumer Zeit, Konsequenzen aus der zunehmenden Klimaerwärmung und der Häufung von Extremwetterlagen zu ziehen. Von daher waren sich die Diskutanten darin einig, das Potenzial der gesamten Baumartenpalette ausschöpfen zu müssen. Georg Schirmbeck: „Anders als in der Landwirtschaft wirken sich im Wald Fehler bei der Pflanzenwahl über lange Zeit aus, die Waldbesitzenden brauchen also jetzt die Möglichkeit, Bäume zu pflanzen, die auch mit den künftigen Klimabedingungen zurechtkommen.“ „Wenn es wärmer wird, kommt der Olivenbaum ohnehin in 1000 Jahren zu uns“, veranschaulichte der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Forstbaumschulen, Alain Paul, die Situation.

 

Der Wald ist auch in der Jugend en vogue. Das versucht der Bundesgeschäftsführer der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, Christoph Rullmann, zu nutzen, um die Folgen des Klimawandels für den Wald Kindern und Jugendlichen bewusst zu machen. Die kommende Generation müsse den gesamtgesellschaftlichen Nutzen der Wälder erkennen und verinnerlichen, wofür „Klimaschutz auch vor unserer Haustüre“ gut ist.

Weitere Informationen:

Der Deutsche Bauernverband (DBV) ist die Interessenvertretung der Landwirte in Deutschland. Der DBV ist parteipolitisch und konfessionell unabhängig. Über 90 Prozent der rund 300.000 landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland werden über die regionalen Bauernverbände im Deutschen Bauernverband vertreten. Gute die Hälfte der deutschen Landwirte bewirtschaftet auch Wald.

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund 2 Millionen Waldbesitzer in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 % des Bundesgebietes – bewirtschaften.

Quelle: Pressemeldung DBV

 

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